Über 20 Jahre PR-Erfahrung
Wir schreiben das Jahr 2011 und ich, Markus Burgdorf, kann nun auf 22 Jahre Erfahrung in der PR zurückblicken. Nach mehreren Jahren journalistischer Arbeit für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften begann mein PR-Weg in der PR-Abteilung von Bridgestone Reifen in Hamburg als Volontär. Dort übernahm ich aufgrund der besonderen Personalsituation schnell die gesamte Kommunikation mit der Tages- und Motorpresse. Wir arbeiteten mit ersten Computern, die so gut wie nichts konnten. Unser Chef tippte auf einer Erika Schreibmaschine. Fotos wurden noch richtig retuschiert und mussten bei Pressethemen tausendfach erstellt, mit Bildunterschriften, den so genannten Waschzetteln, beklebt und versandt werden.
Das Fax war zu dieser Zeit das schnellste Transportmittel von Presseinformationen, insgesamt hatte man deutlich mehr Zeit und war noch nicht in der Internetmühle aufgerieben. Die Zusammenarbeit mit den Journalisten basierte auf gegenseitigem Vertrauen und persönliche Kontakte hatten einen höheren Stellenwert. Messen nutzte man, um in kurzer Zeit möglichst viele Kontakte aufzufrischen. Dazu kamen regelmäßig Pressekonferenzen, Interviewtermine und Produktvorstellungen sowie Roadshows.
Gute Pressemitteilungen mit aussagekräftigen Bildern brachten immense Auflagen. Ein Mini, der auf einem quer liegenden Reifen stand, wurde allein 20 Millionen Mal gedruckt. Einmal machten wir den Fehler und druckten unsere Telefonnummer in einer Pressemitteilung, über mehrere Wochen war an normale Arbeit nicht mehr zu denken. Wenn ein Ratgeber kostenlos abrufbar war, gab es Wäschekörbe voller Postkarten und Briefe, in denen Verbraucher die Broschüre anforderten.
Nach dem Volontariat schnüffelte ich Agenturluft. Die Hamburger Agentur Ayer Public Relations suchte händeringend einen Berater mit Automobilbackground für die Autovermietung Europcar. Wie in Agenturen üblich, blieb es nicht bei dem einen Kunden: Hinzu kam der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und mehrere kleine Kunden.
Doch Gummi klebt, wie man in der Reifenbranche sagt. Und so kam ein Anruf des Bridgestone-Geschäftsführers, der mich als Leiter Öffentlichkeitsarbeit haben wollte. Das war Ende 1991 - und so ging der Weg zurück zu Bridgestone. Dieses Mal mit erweiterten Aufgaben, zu denen jetzt die gesamte Kommunikation, Patronat für Österreich und die Schweiz, die Messen und der neu aufzubauende Motorsport in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) gehörte. Somit hatte ich jetzt die praktische 12 Tagewoche, denn jedes zweite Wochenende verbrachte ich auf einer Rennstrecke in Deutschland und dem angrenzenden Ausland. Das war spannend und so zählte ich die Stunden nicht.
Ende 1994, ich war gerade 30 geworden, lockte Continental mit einer spannenden Herausforderung: Leiter Öffentlichkeitsarbeit Reifen für die Reifenmarke Continental. Hier reizten die erweiterten Möglichkeiten: Ein Dax-Konzern, Teststrecke in Deutschland und Produktion im Lande. Und irgendwie auch, dass man nun selbst in der Zentrale war und wesentlich mehr Möglichkeiten hatte. Binnen weniger Jahre war ich für alle Reifenmarken national und international verantwortlich. Die Zeiten waren nicht einfach und so musste ich Abteilungen ohne Personal übernehmen und konnte erst langsam wieder ein Team aufbauen, um die vielfältigen Aufgaben auch personell abbilden zu können.
Meine Position war nur mit ständiger Diplomatie auszufüllen: Für alle Reifen zuständig zu sein, bedeutete den ständigen Spagat für unterschiedliche Unternehmensbereiche. So hatte ich teilweise bis zu neun Vorgesetzte gleichzeitig, die natürlich alle erwarteten, dass man die Hauptzeit für sie einsetzt. Einer dieser Vorgesetzten kam immer gerade wieder neu hinzu und so musste ich mich jeden Tag aufs Neue beweisen. Ich war PR-Mann für Deutschland für alle Marken, Berater und Instruktor für alle Märkte weltweit und zwischendurch auch mal verantwortlich für die Kommunikation aller Konzernprodukte, also auch elektronische Systeme und ContiTech. Mittlerweile war ich von der Reifenverwaltung in die Konzernverwaltung versetzt worden, um näher am Vorstand zu sein und bekam mit der Bezeichnung "stv. Leiter Öffentlichkeitsarbeit Konzern" noch einen weiteren Hut aufgesetzt.
Ein Steckenpferd waren internationale Produkteinführungen für die Presse, aus denen dann auch vom Vertrieb genutzte Veranstaltungen wurden. Man muss sich das so vorstellen, dass etwa 10 Tage hintereinander die Presse kam und danach noch die Reifenhändler, Autohäuser und Erstausrüster. So war ich meistens den kompletten Januar im wärmeren Ausland und im Oktober nach Beenden der deutschen Winterreifen-Roadshow im kälteren Ausland.
Ich habe in den 9 Jahren Continental sehr viel Erfahrungen gesammelt, national und international und in Bezug auf Projekte und Konzerndenke. Mein Schwerpunkt in der Arbeit war es, stets für die Medien ein kompetenter und verlässlicher Gesprächspartner zu sein. Dazu kam in den letzten Jahrten noch Bereich Public Affairs, der bei Continental zu dieser Zeit nicht besetzt war. Hier arbeitete ich mit Politik und Verbänden und konnte für Continental einige wegweisende Entscheidungen vorbereiten, die sich auch heute noch auf das Geschäft der gesamten Reifenbranche auswirken.
Die ideo Kommunikationsberatung gründete ich im April 2004 und begann nach all der Zeit in der Reifenindustrie auch in anderen Branchen Fuss zu fassen. Internet, Bau und diverse andere Branchen faszinierten mich und so wuchs ideo sehr schnell. Vielleicht auch zu schnell, denn mit jedem neu eingestellten Mitarbeiter wuchsen auch die Kosten und der Verwaltungsaufwand weiter an. Inzwischen hatte ich ideo mit der Five Tigers communicartion group verknüpft und so arbeiteten wir nun auch für Kunden unserer Partneragenturen. Aus der Conti-Zeit war ich es nicht anders gewohnt, als auf zig Gebieten gleichzeitig zu arbeiten. Da man das aber nicht endlos und durchgehend machen kann, reduzierte ich den Aufwand bei ideo und beschränkte mich auf Kunden, hinter denen ich voll stehen kann. Ich verkleinerte die Organisation wieder, zog um und arbeitete deutlich entspannter und erfüllter als in den Jahren 2005 und 2006. Der Gewinn an Zufriedenheit, wenn man nur die Kunden betreut, für die man wirklich gerne arbeitet, ist immens.
Wir arbeiten im Bereich Internet und Pressearbeit für OKAL Haus und machten Materndienste für viele Marktführer in ihrer Branche. Hier entwickelten wir die Produkte so weiter, dass wir ein Alleinstellungsmerkmal unter den Anbietern erreichten und durch Empfehlung viele neue Kunden gewannen. Auch große PR-Agenturen arbeiten mit uns und lassen sich von uns dabei helfen, ihren Kunden maßgeschneiderte Lösungen anbieten zu können.
Im Februar 2011 schloss ich die ideo Kommunikationsberatung Markus Burgdorf, weil uns der Name zu sehr einengte und wir einen neuen Namen und Auftritt brauchten, den es nicht schon mehrfach weltweit gibt und der der Entwicklung unserer Tätigkeiten besser entsprechen würde.
Bereits im Dezember 2010 entstand die Avandy GmbH. Avandy bietet heute mehr als Kommunikationsberatung und Internet. Avandy ist zum Beispiel über die Tochter App Agency Ltd. mit Sitz in London ein führender Publisher und Berater im Bereich der Apps für iPhone, iPod Touch und iPad. Avandy betreibt selbst zahlreiche Internetseiten und betreut auch Kunden im Bereich Internetservice inklusive Programmierung, Design, Redaktion sowie Betreuung als Komplettservice aus einer Hand.
Ich mache jetzt weiter das, was mir Spass bringt, kann mich auf kreative Lösungen für die Kunden konzentrieren und meine Frau Olena hat die gesamte Verwaltung übernommen, schreibt Rechnungen, bereitet Belege für die Buchhaltung vor und befreit mich so von allem möglichen, so das ich mehr Zeit für die Kunden und deren Projekte habe.
Apps, PR, Materndienste und Social Media - dahin haben wir uns uns in den letzten Jahren bewegt - und das machen wir heute für viele zufriedene Kunden.







